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Mut braucht eine Stimme – Ein Interview zum Buch mit Peter Holzer

Mut braucht eine Stimme – Ein Interview zum Buch mit Peter Holzer : „Wir müssen lernen uns zu streiten!“ sagt der Berater, Coach und Vortragsredner. Der Rheinländer, der unter anderem als Dozent an der Business School des St. Gallen Management Instituts (SGMI) arbeitet plädiert leidenschaftlich für Veränderung und ein selbstbestimmtes Leben. Warum Mut für ihn Voraussetzung für Erfolg ist und Provokation durchaus konstruktiv sein kann, lesen Sie in unserem Interview.

Mut braucht eine Stimme – Peter Holzer live erleben

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Wer Peter Holzer mit interessanten Thesen zur Zukunft der Parfümeriebranche und den notwendigen Veränderungen erleben möchte, kann ihn mit etwas Glück bei der Parfümerie-Tagung 2018 am 09. und 10. April 2018 in Düsseldorf persönlich kennenlernen, doch nun zum Interview…

pn Herr Holzer, Sie haben gerade Ihr erstes Buch vorgestellt. Ein schönes Buch, ein weiteres in der endlosen Reihe der Management-Literatur?

Peter Holzer: Es macht sich zumindest rein optisch schon mal gut. Scherz beiseite: das Buch basiert ausschließlich auf meiner persönlichen Erfahrung: Geschäftsführer eines Mittelstandsfonds, Karriere im Fokus und tolle Erfolge. Dann plötzliche Tumorerkrankung. Viele Fragen. Ausstieg und Neuanfang. Mut spielt dabei eine große Rolle. Mut zur Haltung. Und Mut, dafür auch einzustehen. Darum geht es in dem Buch.

pn Heißt Ihr Buch daher: „Mut braucht eine Stimme“? Wie kam der Titel zustande?

Peter Holzer: Mich hatte ein Schilddrüsen-Tumor erwischt. Er bedrohte nicht nur mein Leben, sondern auch meine Stimme. Das war für mich eine Horrorvorstellung. Ohne Stimme geht nun mal gar nichts. Denn eine Stimme braucht man, um etwas im Leben zu bewirken. Ob zuhause, in Unternehmen oder in der Gesellschaft: wer mutig etwas bewirken will, braucht dazu eine Stimme.

pn Kann man die Message des Buches in einem Satz zusammenfassen?

Peter Holzer: Wir brauchen mehr Menschen, die Haltung zeigen und mutig dafür einstehen.

pn Jetzt nochmal im Detail, was wollen Sie bei ihren Lesern erreichen?

Peter Holzer: Aufrütteln und zum Nachdenken anregen. In Unternehmen erlebe ich regelmäßig Menschen, die unglaublich beschäftigt sind. Die sich jedoch darüber beklagen, nicht produktiv zu sein. Gesellschaftlich stehen wir vor großen Herausforderungen, doch die wesentlichen Themen werden nur durch Phrasen weichgespült und nicht angepackt. Im ungünstigsten Falle fühlt sich der Leser durch das Buch nur zum Nachdenken provoziert. Bestenfalls ist er inspiriert, den Gedanken auch konkrete Taten folgen zu lassen und etwas in seinem Leben zu verändern.

pn Gedenken sind das Eine, Taten das Andere, gibt es Tipps wie das funktioniert?

Peter Holzer: Am Ende des Lebens möchten die meisten Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben zurückblicken. Von Bornnie Ware wissen wir, dass genau das fehlt. Denn die meisten Menschen bereuen am Lebensende, nicht ihr eigenes Leben gelebt zu haben. Doch wie lebe ich selbstbestimmt? Die Antwort finden wir nicht bei anderen. Wir finden Sie in uns. Unsere innere Stimme gibt sie uns. Der Haken: diese Stimme ist leise und geht im Lärm des Alltags unter. Doch unsere Lebenszeit ist begrenzt. Je früher ich also lerne, wieder auf meine innere Stimme zu hören, umso länger kann ich an dem Leben arbeiten, das ich auch leben will.

pn Sie plädieren also für eine selbstbestimmte Lebensplanung, ist das denn tatsächlich so wichtig?

Peter Holzer (lacht): Die Frage meinen Sie nicht ernst, oder? Was soll denn die Alternative sein? Ein fremdbestimmtes Leben, in dem man als Spielstein von anderen Leuten instrumentalisiert und umhergeschoben wird?

pn Hoffentlich nicht, formulieren wir das anders: Was müssen wir ändern, damit das funktionieren kann?

Peter Holzer: Wir müssen lernen, uns zu streiten. Und zwar nicht so wie es in Social Media oder von vermummten Feiglingen auf der Straße getan wird – emotional, unsachlich und primitiv. Sondern in Form einer Streitkultur. Hart in der Sache, fair zum Menschen. Klartext reden. Die heiklen, aber notwendigen Botschaften aussprechen. Nur so werden wir als Unternehmen zukunftsfähig und als Menschen jeden Tag ein Stückchen besser.

pn Sie beschreiben das Buch als eine „Ode an das Leben“ was ist damit gemeint?

Peter Holzer: Vor meinem Tumor war ich eine Arbeits- und Erfolgsmaschine. Es zählten nur Karriere, Erfolg und Geld. Heute bin ich nicht ins Gegenteil gerutscht, sondern verbinde Erfolg mit dem, was uns Menschen menschlich macht. Eine Art von „harter Spiritualität“. Es dreht sich alles um das tolle Gefühl, selbstbestimmt zu wirken: sowohl im Job, als auch im Privatleben. Da gibt es keine Trennung. Wir haben nur das eine Leben. Und wie das funktionieren kann, beschreibe ich in dem Buch.

„Harte Spiritualität?“ Also ein Weltverbesserer-Buch für Realisten?

Peter Holzer: So in der Art. Ein Unternehmer sagte mal: Ein Buch für Menschen, die gerne mit den Füßen auf dem Boden stehen und dennoch den Kopf in die Wolken stecken.

Was ist Ihre persönliche Lieblingsstelle?

Peter Holzer: Das Nachwort. Warum wird klar, wenn Sie es gelesen haben.

Jetzt müssen wir es wohl kaufen… aber immerhin, Sie unterstützen mit jedem verkauften Exemplar die deutsche Krebshilfe, warum?

Peter Holzer: Ich war mit Mitte 20 selber betroffen. So ein Tumor ist fies. Kommt plötzlich, überraschend. Ich möchte Menschen Kraft spenden und sie inspirieren. Inhaltlich durch das Buch. Und emotional, indem ich einen kleinen Beitrag leiste und die Krebshilfe durch Gespräche und meine Spenden unterstützen. Seit meiner Tumorerkrankung habe ich gelernt, dass es eine schöne Haltung ist, wenn wir nicht nur nehmen, sondern auch geben.

pn Vielen Dank für das Gespräch

Die Website zum Buch mit Leseprobe, Videos und Hintergründen zur Spendenaktion finden Sie unter: www.mut-zur-haltung.com.

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