Umsatzentwicklung und Herausforderungen im deutschen Einzelhandel 2026. Die Umsatzprognose des HDE für den deutschen Einzelhandel im Jahr 2026 zeigt ein nominales Wachstum von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was real jedoch nur einem Plus von 0,5 Prozent entspricht. Die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd, geprägt von hohen Kosten, geopolitischer Unsicherheit und anstehenden Tarifverhandlungen. Besonders der Online-Handel wird weiterhin als Wachstumstreiber gesehen, während viele Händler mit rückläufigen Umsätzen rechnen.
Schwierige Rahmenbedingungen prägen den Einzelhandel 2026
Die aktuelle Lage im deutschen Einzelhandel ist von Unsicherheiten und Belastungen geprägt. Laut einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter knapp 600 Handelsunternehmen erwarten 49 Prozent der Befragten für 2026 Umsätze unter dem Niveau des Vorjahres. Nur 23 Prozent rechnen mit einer Umsatzsteigerung. Die Verbraucherstimmung ist trotz leichter Hoffnung auf Besserung weiterhin verhalten, was unter anderem auf geopolitische Konflikte und globale Unsicherheiten zurückzuführen ist.
Umsatzprognose: Nominales Wachstum, reale Herausforderungen
Der HDE prognostiziert für 2026 ein nominales Umsatzwachstum von zwei Prozent im Einzelhandel, was real jedoch lediglich einem Plus von 0,5 Prozent entspricht. Die Gesamterlöse im deutschen Einzelhandel werden voraussichtlich bei 697,4 Milliarden Euro liegen. Der Online-Handel bleibt dabei der wichtigste Wachstumstreiber mit einem erwarteten nominalen Umsatzplus von 4,4 Prozent (real 3,5 Prozent) und einem Gesamtumsatz von 96,3 Milliarden Euro.
Kostenbelastungen und politische Forderungen
Die hohen Energiepreise und steigenden Kosten für Arbeit sind zentrale Belastungsfaktoren für den Einzelhandel. Insesondere im beratungsintensiven Facheinzelhandel sind Einsparungen, z.B. durch Self-Scanning-Kassen, in diesem Bereich kaum vorstellbar. Der HDE fordert die Politik daher auf, die Stromsteuer zu senken und eine dauerhafte Obergrenze von 40 Prozent bei den Sozialversicherungsbeiträgen einzuführen. Bürokratische Erleichterungen werden von 59 Prozent der Unternehmen als dringend notwendig angesehen, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern.
Tarifrunde 2026: Ein kritischer Faktor für die Branche
Die anstehenden Tarifverhandlungen im Einzelhandel, die im April 2026 beginnen, werden als kritischer Punkt gesehen. Elmar Keldenich, Geschäftsführer des Bundesverband-Parfümerien – Handelsverband Kosmetik, betont: „Die Erwartungen des HDE erscheinen für den Facheinzelhandel mit Blick auf das Jahr 2025 sogar noch als recht ambitioniert. In vielen Branchen ist aus den nominalen Umsatzzuwächsen, aufgrund der Preiserhöhungen der Lieferanten und steigender Kosten real wenig über geblieben. Die anstehenden Tarifverhandlungen werden dabei der nächste neuralgische Punkt.“ Die Branche hat seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte verloren, und 77 Prozent der Befragten erwarten bei weiter steigenden Arbeitskosten negative Beschäftigungseffekte.
Einzelhandel 2026 – Branche muss sich auf ein herausforderndes Jahr einstellen
Für den Parfümerieeinzelhandel und Kosmetikhersteller bedeutet die aktuelle Entwicklung, dass sie sich auf ein herausforderndes Jahr einstellen müssen. Die steigenden Kosten und die unsichere Konsumentenstimmung erfordern eine strategische Anpassung. Gleichzeitig ist die Branche gefordert, die Auswirkungen der Tarifrunde und der Kostenbelastungen genau zu beobachten und darauf entschlossen zu reagieren.
[Text/Bild: parfuemerienachrichten]

