Parfümerie Thiemann sucht Weg aus der Krise – Planinsolvenzverfahren soll die Zukunft sichern


Parfümerie Thiemann sucht Weg aus der Krise – Planinsolvenzverfahren soll die Zukunft sichern. Die Parfümerie Thiemann, größte Parfümeriekette Ostdeutschlands mit 13 Filialen, nutzt ein Planinsolvenzverfahren zur geordneten Sanierung und nachhaltigen Neuausrichtung. Die wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie, langfristige Mietverträge und sinkende Kundenfrequenzen erfordern eine strategische Restrukturierung. Ähnlich wie bei der kürzlich abgeschlossenen Sanierung der Stadtparfümerie Pieper zeigt sich, dass der Fachhandel neue Wege gehen muss, um zukunftsfähig zu bleiben.

Wirtschaftliche Herausforderungen im Parfümerieeinzelhandel

Die Parfümerie Thiemann steht stellvertretend für viele Unternehmen im deutschen Parfümerieeinzelhandel, die durch die Pandemie und strukturelle Veränderungen erheblich belastet sind. Vor 2020 befand sich das Unternehmen, nach eigenen Angaben, auf einem stabilen, nahezu schuldenfreien Kurs. Die Corona-bedingten Filialschließungen und eingeschränkten Öffnungszeiten führten jedoch zu massiven Umsatzeinbußen, während Fixkosten wie Mieten und Kredite weiterliefen. Besonders problematisch sind langfristige Mietverträge in Einkaufscentern, deren Kundenfrequenz sich nach der Pandemie nicht ausreichend erholt hat. Diese Faktoren haben die wirtschaftliche Situation deutlich verschärft.

Standort- und Filialstruktur im Fokus der Sanierung

Mit 13 Filialen ist die Parfümerie Thiemann die größte Parfümeriekette in Ostdeutschland. Im Rahmen der Sanierung werden alle Standorte einer detaillierten Prüfung unterzogen, um deren langfristige Wirtschaftlichkeit zu bewerten. Dabei ist nicht vorgesehen, alle Filialen zu schließen. Im Mittelpunkt der Sanierung stehen zunächst Gespräche mit Vermietern, insbesondere an wirtschaftlich belasteten Standorten. Ziel ist es, tragfähige Mietmodelle zu finden und möglichst viele Standorte zu erhalten. Standortentscheidungen sollen erst getroffen werden, wenn alle wirtschaftlichen Möglichkeiten sorgfältig geprüft wurden. Erste Gespräche finden bereits nächste Woche statt. Entscheidungen werden erst nach belastbaren Analysen getroffen und transparent kommuniziert, so die Familie in einem Statement.

Planinsolvenz als geordnetes Sanierungsverfahren

Die Parfümerie Thiemann hat sich für ein Planinsolvenzverfahren entschieden, ein rechtliches Instrument zur geordneten Sanierung. Anders als eine reguläre Insolvenz signalisiert dieses Verfahren keine Zahlungsunfähigkeit, sondern ist ein strategischer Schritt zur Restrukturierung. Ziel ist es, wirtschaftlich tragfähige Strukturen zu schaffen, gesunde Unternehmensbereiche zu stärken und die Handlungsfähigkeit des Unternehmens wiederherzustellen. Die Familie Thiemann sieht das Verfahren als schweren, aber notwendigen Schritt. Im Mittelpunkt steht die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden sowie der regionalen Handelslandschaft.

Mitarbeiter als zentrale Säule der Sanierung

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelten als Herzstück der Parfümerie Thiemann. Ihre Beratungskompetenz und Kundennähe sind entscheidend für den Geschäftserfolg. Das Unternehmen strebt an, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und eine nachhaltige Perspektive für die Belegschaft zu schaffen. Gleichzeitig wird offen kommuniziert, wenn Anpassungen notwendig sind, um die wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.

Zukunftsausrichtung: Beratung, Erlebnis und Digitalisierung

Für die Zukunft plant die Parfümerie Thiemann eine stärkere Fokussierung auf persönliche Beratung, hochwertige Sortimente und besondere Einkaufserlebnisse. Besonders die digitale Customer Journey soll künftig weiter ausgebaut werden. Der erfolgreiche Online Shop und die Thiemann App werden dabei stärker mit dem stationären Geschäft verzahnt. Ziel ist ein modernes Zusammenspiel aus persönlicher Beratung vor Ort, digitalen Services, Kundenbindung und einem Einkaufserlebnis, das über den reinen Produktverkauf hinausgeht.Diese Neuausrichtung soll den veränderten Kundenbedürfnissen gerecht werden und das Unternehmen in einem herausfordernden Marktumfeld positionieren.

Restrukturierung kein Einzelfall

Die Sanierung der Parfümerie Thiemann reiht sich in eine Reihe von Restrukturierungen im deutschen Einzelhandel ein. So hat auch die Stadtparfümerie Pieper kürzlich ein Sanierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Beide Fälle verdeutlichen, dass traditionelle Fachhandelsunternehmen vor der Herausforderung stehen, ihre Geschäftsmodelle angesichts veränderter Marktbedingungen und steigender Kosten anzupassen. Die Nutzung von Planinsolvenzverfahren kann dabei ein geeignetes Instrument sein, um eine geordnete Neuausrichtung zu ermöglichen.

[Text: parfuemerienachrichten/ Bild: Parfümerie Thiemann]


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Die Parfümerie Thiemann, größte Parfümeriekette Ostdeutschlands, nutzt ein Planinsolvenzverfahren zur geordneten Sanierung und Neuausrichtung – ein Schritt, der auch im Kontext der kürzlich abgeschlossenen Sanierung der Stadtparfümerie Pieper wichtige Impulse für den deutschen Parfümerieeinzelhandel setzt. Die Familie Thiemann sieht das Verfahren als schweren, aber notwendigen Schritt. Im Mittelpunkt steht die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden sowie der regionalen Handelslandschaft.

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