Rabatte und Eigenmarken gewinnen – BCG-Studie zum Konsumverhalten: Studie zeigt veränderte Prioritäten deutscher Verbraucher 2026. Eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group (BCG) verdeutlicht, dass 64 % der Deutschen die Wirtschaftslage als schlecht bewerten und viele Verbraucher ihr zusätzliches Einkommen eher sparen als ausgeben. Rabatte und Eigenmarken gewinnen an Bedeutung, während Nachhaltigkeit an Relevanz verliert. Gesundheit bleibt eine der wenigen Kategorien, in die trotz Sparzwang weiterhin investiert wird.
Wirtschaftliche Unsicherheit prägt das Konsumverhalten in Deutschland
Die aktuelle BCG-Studie unter rund 1.800 deutschen Verbrauchern zeigt, dass die Mehrheit die wirtschaftliche Lage als negativ einschätzt. Besonders belastend sind für 75 % der Befragten die hohen Energiepreise und für 72 % die anhaltende Inflation. Entsprechend rechnen 78 % der Verbraucher mit weiter steigenden Preisen in den kommenden sechs Monaten. Gleichzeitig erwarten etwa ein Drittel der Befragten, dass ihr Einkommen oder ihre Ersparnisse zurückgehen werden. Diese Unsicherheit führt dazu, dass viele Deutsche ihr Konsumverhalten überdenken und Ausgaben stärker priorisieren.
Sparen statt Ausgeben: Verbraucher setzen auf finanzielle Reserven
Vier von zehn Deutschen würden zusätzliches Einkommen zunächst sparen statt ausgeben. Die Konsumzurückhaltung zeigt sich in fast allen Produktkategorien, mit Ausnahme von Gütern des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln, Tiernahrung und Haushaltspflege. Das Wachstum in diesen Bereichen wird vor allem durch Preissteigerungen und nicht durch höhere Absatzmengen getrieben. Verbraucher vergleichen intensiver, hinterfragen Ausgaben kritischer und konzentrieren sich auf Produkte mit klarem Mehrwert, so die Einschätzung von Karin von Funck, Senior Partnerin bei BCG.
Rabatte und Eigenmarken gewinnen an Bedeutung
Die Preissensibilität der Verbraucher spiegelt sich in der starken Beeinflussung von Kaufentscheidungen durch Rabatte wider: Bis zu 74 % der Käufe werden davon beeinflusst. Zudem greifen 55 % der Deutschen bei Lebensmitteln häufig zu Eigenmarken, was deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 39 % liegt. Auch in den Bereichen Haushaltspflege (39 %) und Hautpflege/Kosmetik (30 %) sind Eigenmarken besonders etabliert. Diese Entwicklung zeigt, dass Preis-Leistungs-Verhältnis für viele Verbraucher im Vordergrund steht.
Nachhaltigkeit verliert an Priorität, Gesundheit bleibt relevant
Angesichts des Kostendrucks verliert Nachhaltigkeit als Kaufkriterium an Bedeutung. Nur noch 17 % der Deutschen sind bereit, für nachhaltige Produkte einen Aufpreis zu zahlen. Während in einzelnen Kategorien wie Lebensmitteln und Körperpflege ein leichtes Wachstum des Nachhaltigkeitsbewusstseins zu beobachten ist, dominiert insgesamt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Studie zeigt jedoch auch generationenspezifische Unterschiede: Jüngere Verbraucher setzen stärker auf Individualität und bewusste Kaufentscheidungen, während ältere Verbraucher eher ihren Konsum reduzieren.
Gesundheit als Gegentrend
Eine Ausnahme vom allgemeinen Spartrend bildet die Kategorie Gesundheit. Rund zwei Drittel der Befragten betrachten Gesundheit und Wohlbefinden als wichtigen Lebensstilfaktor. Dies spiegelt sich im Konsumverhalten wider: Frisch kochen, der Verzicht auf künstliche Inhaltsstoffe, kalorienarme Getränke und die verstärkte Nutzung von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln sind Beispiele für gezielte Investitionen trotz Sparzwang.
[Text/Bild: parfuemerienachrichten]

