Ladendiebstahl im deutschen Parfümerie- und Kosmetik-Einzelhandel: Ein anhaltendes Problem

Ladendiebstahl im deutschen Parfümerie- und Kosmetik-Einzelhandel: Ein anhaltendes Problem. Ladendiebstahl wird für den Einzelhandel, einschließlich der Parfümerie- und Kosmetikbranche, zunehmend zu einer ernsten Herausforderung. Die aktuelle Studie des EHI zeigt alarmierende Zuwächse bei Inventurdifferenzen, die auch die Branche der Schönheitsprodukte direkt betreffen. Vor allem organisierte Diebstähle nehmen zu, was die Notwendigkeit einer verstärkten Prävention unterstreicht.

Inventurdifferenzen steigen weiter an

Laut der EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2025“ belaufen sich die Verluste durch Ladendiebstahl im Einzelhandel im Jahr 2024 auf etwa 4,95 Milliarden Euro. Dies stellt eine Steigerung um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, in dem die Verluste bereits bei 4,8 Milliarden Euro lagen. Diese fortschreitende Entwicklung muss die Inhaber und Führungskräfte im deutschen Einzelhandel zum Handeln bewegen, da die Inventurdifferenzen sich damit insgesamt auf 0,64 Prozent des Nettoumsatzes erhöhen.

Verluste durch Diebstahlsdelikte – 4,2 Mrd. Euro – Ein Drittel durch organisierte Tätergruppen

Von den Inventurdifferenzen entstehen die meisten Verluste durch Diebstahlsdelikte – insgesamt 4,2 Milliarden Euro. Hierbei schlägt der Kundendiebstahl mit etwa 2,95 Milliarden Euro zu Buche, während interne Diebstähle durch Mitarbeitende mit 890 Millionen Euro und durch Lieferanten mit 370 Millionen Euro zu Buche schlagen. Besonders alarmierend ist, dass rund ein Drittel der Diebstähle durch organisierte Tätergruppen verübt wird, was einem Anstieg von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Trend betrifft auch den Kosmetik- und Parfümerieeinzelhandel, bei dem hochwertige Produkte oft ein lohnendes Ziel darstellen.

Hohe Dunkelziffer – Unzureichende Erkennung und Präventionsmaßnahmen

Ein Großteil der Diebstähle bleibt unentdeckt, denn nur 2 Prozent der Fälle werden gemeldet. Laut Studie bleiben jährlich etwa 24,5 Millionen Ladendiebstähle im Wert von jeweils 120 Euro unentdeckt. Die Branche investiert derzeit im Schnitt etwa 0,33 Prozent des Umsatzes in Sicherheitsmaßnahmen, was rund 1,6 Milliarden Euro ausmacht. Diese Ausgaben beinhalten sowohl technische Sicherheitsvorkehrungen wie Kameraüberwachung als auch Schulungen für das Personal. Für den Einzelhandel stellt sich die Herausforderung, diese Maßnahmen noch wirksamer zu gestalten.

Höhere Sicherheitsbudgets als Reaktion auf die Situation

In Anbetracht der steigenden Diebstahlszahlen haben viele Händler ihre Sicherheitsbudgets erhöht. Rund ein Viertel der Befragten gab an, bereits mehr in Sicherheitslösungen zu investieren. Für die Parfümerie- und Kosmetikbranche könnte dies bedeuten, dass zusätzliche Ressourcen für die Schulung des Personals und die Implementierung neuer Technologien bereitgestellt werden müssen, um den hohen Verlusten entgegenzuwirken.

Ladendiebstahl – gesamtwirtschaftliche Auswirkungen

Die volkswirtschaftlichen Folgen des Ladendiebstahls sind gewaltig. Durch den entstandenen Schaden entgehen dem Staat jährlich rund 570 Millionen Euro an Umsatzsteuer. Diese Kosten haben letztlich Auswirkungen auf die Endpreise von Beauty-Produkten, da die Verbraucher die Ausgaben zur Minderung von Inventurdifferenzen mitfinanzieren müssen.

Handlungsbedarf für die Branche – Sicherheit für Mitarbeitende und Kunden erhöhen

Die Ergebnisse der Studie sind ein klarer Aufruf zu handeln. Der Einzelhandel muss verstärkt in Maßnahmen investieren, die nicht nur Diebstähle reduzieren, sondern auch die Sicherheit für Mitarbeitende und Kunden erhöhen. Workshops und Schulungen in Prävention, die oft bereits von Handelsverbänden angeboten werden, sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Um die negativen Entwicklungen in den Griff zu bekommen, sind Innovation und der Austausch innerhalb der Branche essenziell. Die Analyse der vergangenen Studien und die aktuell zur Verfügung stehenden Daten machen deutlich: Die Problematik des Ladendiebstahls ist anhaltend und erfordert eine kollektive Anstrengung, um die Sicherheit im Einzelhandel, insbesondere in der sensiblen Parfümerie- und Kosmetikbranche, zu erhöhen.

[Text: parfuemerienachrichten/Bild: EHI]


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