Handelsverband fordert wettbewerbsfähige EU-Politik und bezahlbare Preise

Handelsverband fordert wettbewerbsfähige EU-Politik und bezahlbare Preise. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert anlässlich der Rede zur Lage der Europäischen Union am 16. September einen stärkeren Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, bezahlbare Lebenshaltungskosten und einen funktionierenden Binnenmarkt. Aus Sicht des Verbandes können weniger Bürokratie, faire Wettbewerbsbedingungen und ein konsequenteres Vorgehen gegen Handelshemmnisse dazu beitragen, den Preisdruck für Verbraucher zu begrenzen.

Wettbewerbsfähigkeit soll stärker in den Mittelpunkt rücken

Vor der Rede von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Lage der Europäischen Union fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) eine klare wirtschaftspolitische Ausrichtung der Europäischen Union. Im Zentrum sollten nach Ansicht des Verbandes wettbewerbsfähige Unternehmen, funktionierende Märkte und bezahlbare Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher stehen.

Die Forderung betrifft auch den Parfümerieeinzelhandel und die Kosmetikbranche. Die Branche ist in hohem Maß von internationalen Lieferketten, europäischen Vorgaben und der Entwicklung der Verbraucherpreise abhängig. Veränderungen bei Beschaffung, Logistik, Verpackungen oder Produktanforderungen können sich auf mehrere Stufen der Lieferkette auswirken.

HDE-Präsident Alexander von Preen weist darauf hin, dass politische Maßnahmen mit Blick auf ihre Auswirkungen auf die Verbraucherpreise bewertet werden müssten. Eingriffe in Lieferketten sollten aus Sicht des Verbandes nur dann vorgenommen werden, wenn sie erforderlich sind. Andernfalls bestehe das Risiko, dass zusätzliche Kosten an Händler und letztlich an Verbraucher weitergegeben werden.

Lieferketten und Verbraucherpreise eng verbunden

Der HDE sieht einen funktionierenden Wettbewerb entlang der gesamten Lieferkette als wichtige Voraussetzung für bezahlbare Preise. Das gilt insbesondere für Märkte, in denen Hersteller, Importeure, Großhandel und Einzelhandel eng zusammenarbeiten.

Für Unternehmen im Parfümerie- und Kosmetiksektor ist dabei entscheidend, unter welchen Bedingungen Waren innerhalb Europas beschafft und vertrieben werden können. Unterschiedliche nationale Anforderungen, unfair eingeschränkte Bezugsquellen oder zusätzliche administrative Vorgaben können die Beschaffung erschweren und Kosten erhöhen.

Nach Auffassung des HDE muss der europäische Binnenmarkt deshalb auch in der Praxis funktionieren. Handelsunternehmen sollten Waren dort in Europa einkaufen können, wo sie zu wettbewerbsfähigen Bedingungen angeboten werden. Der Verband kritisiert in diesem Zusammenhang sogenannte Territorial Supply Constraints. Dabei handelt es sich um Beschränkungen, die den grenzüberschreitenden Einkauf und Vertrieb von Waren innerhalb der Europäischen Union erschweren können. Eine Position die vom Parfümerie und Premiumbeauty-Bereich in der Regel nur teilweise geteilt wird, allerdings sind auch hier transparente und einheitliche Regeln für Hersteller und Vertriebspartner auch hier von großer Bedeutung.

Bürokratieabbau braucht dauerhafte Entlastung

Positiv bewertet der HDE den mit den sogenannten Omnibus-Initiativen eingeschlagenen Kurs der EU-Kommission. Diese Initiativen sollen unter anderem dazu beitragen, bestehende bürokratische Anforderungen zu vereinfachen und Unternehmen zu entlasten. Aus Sicht des Verbandes reicht es jedoch nicht aus, einzelne Pflichten zu reduzieren. Entscheidend sei, dass der Bürokratieabbau dauerhaft wirksam werde. Unternehmen benötigten verlässliche Rahmenbedingungen und ausreichend Zeit, um neue Anforderungen umzusetzen. Gerade für mittelständische Handelsunternehmen und Markenanbieter können zusätzliche Berichtspflichten, Dokumentationsanforderungen und unterschiedliche nationale Auslegungen einen erheblichen Aufwand verursachen. In der Kosmetikbranche kommen bereits umfangreiche Vorgaben zur Produktinformation, Sicherheit, Kennzeichnung und Marktüberwachung hinzu. Der HDE fordert deshalb mehr Konsequenz bei der europäischen Gesetzgebung. Vereinfachungen auf der einen Seite dürften nicht durch ständig neue Pflichten auf der anderen Seite wieder aufgehoben werden. Für die Unternehmenspraxis sei eine nachvollziehbare und langfristig planbare Regulierung besonders wichtig.

Gleiche Regeln für Anbieter aus der EU und Drittstaaten

Ein weiterer Schwerpunkt der HDE-Forderungen betrifft den Wettbewerb zwischen europäischen Unternehmen und Anbietern aus Drittstaaten. Produkte, die auf dem EU-Binnenmarkt angeboten werden, sollten nach Ansicht des Verbandes unabhängig vom Unternehmenssitz vergleichbaren rechtlichen Anforderungen unterliegen. Der HDE verbindet damit Erwartungen an den angekündigten European Product Act. Aus Sicht des Verbandes sollte dieser zu einer wirksameren Durchsetzung geltenden Rechts gegenüber Drittstaatenhändlern beitragen. Eine zentrale Forderung ist ein verantwortlicher Wirtschaftsakteur innerhalb der Europäischen Union. Dieser soll als Ansprechpartner für Behörden dienen und Verantwortung für die Einhaltung europäischer Produktvorgaben übernehmen. Zusätzlich hält der HDE eine engere Zusammenarbeit zwischen Zoll- und Marktüberwachungsbehörden für notwendig.
Für den stationären und digitalen Handel könnte eine bessere Durchsetzung der Regeln dazu beitragen, Wettbewerbsverzerrungen zu begrenzen. Anbieter, die europäische Vorgaben einhalten, sollen dadurch nicht gegenüber Unternehmen benachteiligt werden, die vergleichbare Pflichten bislang nicht ausreichend erfüllen.

Bedeutung für Parfümeriehandel und Kosmetikhersteller

Die Forderungen des HDE zeigen, welche wirtschaftspolitischen Themen für den Handel und die Markenartikelindustrie relevant sind. Dazu gehören vor allem stabile Lieferketten, transparente Beschaffungsbedingungen, einheitliche Marktregeln, fairer Wettbewerb und ein begrenzter Verwaltungsaufwand. Für Parfümerien und Kosmetikhersteller sind diese Faktoren auch deshalb wichtig, weil viele Produkte international entwickelt, produziert und vertrieben werden. Änderungen bei Einfuhr, Marktüberwachung oder Produktanforderungen können Auswirkungen auf Sortimente, Einkaufspreise und Markteinführungen haben.

Der HDE erwartet von der Rede zur Lage der Europäischen Union daher ein Signal für eine stärker auf Wettbewerbsfähigkeit und bezahlbare Lebenshaltungskosten ausgerichtete Wirtschaftspolitik. Nach Einschätzung des Verbandes sollten diese Ziele bei künftigen Entscheidungen der EU-Kommission stärker berücksichtigt werden.

[Text/Bild: parfuemerienachrichten]

[Transparenzhinweis: Wir überprüfen Lesbarkeit, Rechtschreibung und Verschlagwortung unserer Beiträge durch KI gestützte Tools. Inhaltlich werden die Texte redaktionell bearbeite und erstellt.]


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