Innenstadtentwicklung und Neuansiedlungen – Städte vor tiefgreifenden Herausforderungen. Die deutschen Innenstädte stehen vor tiefgreifenden Herausforderungen durch Leerstände, verändertes Konsumverhalten und steigende Betriebskosten. Der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Deutsche Städtetag fordern gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Innenstädte, darunter finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen, eine Gründungsoffensive für den Handel sowie die Förderung privater Investitionen. Ein Positionspapier des Bundesverband Parfümerien unterstreicht diese Forderungen und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunalpolitik und Branche.
Herausforderungen für Innenstädte und Handel
Die deutschen Innenstädte befinden sich in einem strukturellen Wandel. Leerstände nehmen zu, das Konsumverhalten der Kunden verändert sich, und steigende Kosten belasten die Einzelhändler. Besonders der lokale Einzelhandel, darunter auch Parfümerien, ist ein zentraler Faktor für lebendige Stadtzentren. HDE-Präsident Alexander von Preen betont, dass der Handel mehr als nur wirtschaftliche Substanz liefert: Er ist ein sozialer Pfeiler, der Orte der Begegnung schafft und das bürgerschaftliche Engagement fördert. Der Verlust von Geschäften führt daher zu einem Rückgang des sozialen Zusammenhalts in Kommunen.
Aktuell werden in Deutschland jährlich knapp 5.000 Geschäfte dauerhaft geschlossen, was die Situation vieler Innenstädte verschärft. Um dem entgegenzuwirken, sind effiziente Fördermaßnahmen für Neugründungen und Investitionen in die Innenstädte dringend notwendig.
Fünf Maßnahmen zur Stärkung der Innenstädte
Der Handelsverband Deutschland und der Deutsche Städtetag haben ein Positionspapier mit fünf zentralen Maßnahmen vorgelegt, die die Vitalität der Innenstädte fördern sollen:
- Finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen stärken
Kommunen benötigen ausreichende finanzielle Spielräume, um in den öffentlichen Raum investieren zu können. Eine Neuordnung der Kommunalfinanzen ist notwendig, damit bestehende Förderprogramme wirksam bleiben. - Gründungsoffensive für den Innenstadthandel
Leerstände sollen gezielt für Neugründungen im Handel genutzt werden, um den Branchenmix zu stärken und die wirtschaftliche Belebung der Innenstädte zu fördern. Die aktive Mitwirkung von Eigentümern und wirtschaftliche Unterstützung sind hierfür entscheidend. - Modernisierung des Rechtsrahmens und Planungssicherheit schaffen
Die aktuellen Novellen des Baugesetzbuchs sind ein Schritt in die richtige Richtung, reichen aber nicht aus. Es wird eine umfassende Novelle gefordert, die Umnutzungen, Zwischennutzungen und Nutzungsmischungen erleichtert. - Aktivierung der Stadtgesellschaft
Innenstädte leben vom Engagement der Menschen vor Ort. Dieses Engagement soll durch bundesweite Initiativen gefördert werden, um die Identifikation mit der Stadt zu stärken und erfolgreiche Projekte sichtbarer zu machen. - Stärkung privater Investitionen
Private Investitionen können durch verbesserte öffentlich-private Partnerschaften und die Weiterentwicklung von Business Improvement Districts (BIDs) erleichtert werden. Vereinfachte Gründungsverfahren und flexiblere Mittelverwendung sind dabei wichtige Faktoren.
Entwicklungen von hoher Relevanz für Luxus, Parfümerie und Kosmetik
Für den Parfümerieeinzelhandel und Kosmetikhersteller sind diese Entwicklungen von hoher Relevanz. Innenstädte sind nach wie vor zentrale Standorte für den stationären Handel und bieten wichtige Kontaktpunkte zu Kunden. Die Förderung von Neugründungen und die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen können helfen, das Filialnetz zu stabilisieren und auszubauen.
Zudem profitieren Hersteller von Kosmetikprodukten von einer lebendigen Handelslandschaft, die Innovationen und neue Konzepte im stationären Handel ermöglicht. Die enge Zusammenarbeit zwischen Handel, Kommunen und Investoren ist daher essenziell, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.
Vitalität der Innenstädte ist gemeinsames Anliegen von Handel, Gesellschaft, Kommunen und Politik
Die Vitalität der Innenstädte ist ein gemeinsames Anliegen von Handel, Kommunen und Politik. Der Handelsverband Deutschland und der Deutsche Städtetag fordern eine enge Verzahnung aller Akteure sowie mutige Reformen, um die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel zu verbessern. Das Positionspapier des Handelsverband-Kosmetik und der Fachabteilung Parfümerien unterstreicht diese Forderungen und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunalpolitik und die Branche (Download hier als pdf).
Nur durch koordinierte Maßnahmen und den gezielten Einsatz von Fördermitteln kann der Wandel der Innenstädte erfolgreich gestaltet und der Parfümerieeinzelhandel als wichtiger Bestandteil der Stadtzentren erhalten werden.
[Text/Bild: parfuemerienachrichten)

