Österreichischer Einzelhandel – Umsatzwachstum 2024 – Prognose 2025

Der aktuelle „Konjunkturreport Einzelhandel“ des Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) zeigt, dass der österreichische Einzelhandel im Jahr 2024 trotz negativer gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein Umsatzwachstum von 2,7 % erzielt hat. Das Verbrauchervertrauen ist jedoch angespannter, bedingt durch eine steigende Arbeitslosenquote und eine höhere Sparquote, die auf 12 % ansteigt. Für 2025 sind moderate Wachstumsprognosen von 0,6 % und 1,2 % zu erwarten, wobei der Handelsverband auf politische Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes drängt.

Bemerkenswerte Umsatzsteigerung im österreichischen Einzelhandel

Laut dem „Konjunkturreport Einzelhandel“ des WIFO, der im Auftrag des Handelsverbands Österreich erstellt wurde, hat der österreichische Einzelhandel im Jahr 2024 eine bemerkenswerte Umsatzsteigerung erreicht. Der Nettoumsatz ohne Fahrzeuge und Tankstellen betrug 77,2 Milliarden Euro, was einem nominalen Plus von 2,7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auf realer Basis wurde ein Wachstum von 0,9 % verzeichnet. Diese Zahlen bestätigen die Prognose des Vorjahres und zeigen, dass der Einzelhandel inmitten von Unsicherheiten in der Gesamtwirtschaft seiner Resilienz bewiesen hat.

Österreichischer Einzelhandel – Umsatzwachstum 2024 -Gutes Weihnachtsgeschäft und Konsumklima

Besonders positiv war die Entwicklung während des Weihnachtsgeschäfts. Im Dezember 2024 stieg der Umsatz kalenderbereinigt um 4,6 %, was auf ein gesundes Kaufinteresse der Verbraucher hinweist. Gleichzeitig muss jedoch festgestellt werden, dass die Konsumstimmung insgesamt angespannt bleibt. Die Arbeitslosenquote nimmt zu, was sich negativ auf die Ausgabenbereitschaft der Verbraucher auswirkt. Der Rückgang an unbesetzten Stellen im Einzelhandel um fast 25 % im Dezember verdeutlicht zusätzlich die herausfordernden Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt. Trotz der vorhandenen 9.339 offenen Stellen in Österreich bleibt die Situation angespannt.

Steigende Sparquote und Inflation – Preisanstieg bei Lebensmitteln verlangsamt

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage neigt die Bevölkerung dazu, mehr zu sparen, was sich in einer erhöhten Sparquote von voraussichtlich 12 % widerspiegelt. Dies ist im europäischen Vergleich eine hohe Quote. Während die Staatsverschuldung und Teuerungsrate in Österreich ansteigt, vor allem bei Haushaltsenergie, Dienstleistungen und Gastronomie, verlangsamt sich der Preisanstieg bei Lebensmitteln und Industriegütern. Dies stellt den Handel vor die Herausforderung, in einem inflationären Umfeld zu agieren und dennoch attraktiv für die Kunden zu bleiben.

Verbrauchervertrauen in Österreich und Deutschland – Österreichischer Einzelhandel – Umsatzwachstum 2024

Das Verbrauchervertrauen in Österreich ist aktuell schwächer, was sich im harmonisierten EU-Konsumklimaindikator niederschlägt. Dieser lag im Januar bei -19,2 Punkten, was auf eine pessimistische Stimmung unter den Konsumenten hindeutet. Im Vergleich dazu zeigt Deutschland eine leichtere negative Entwicklung mit -11,9 Punkten. Diese Unterschiede im Verbrauchervertrauen könnten für Hersteller und Einzelhändler beider Märkte Anhaltspunkte zur Anpassung ihrer Strategien bieten.

Prognosen für 2025 und 2026 sind vorsichtig optimistisch

Die Prognosen für 2025 und 2026 sind vorsichtig optimistisch. Das Wirtschaftswachstum wird auf moderate 0,6 % für 2025 und 1,2 % für 2026 geschätzt. Die Inflation wird voraussichtlich bei etwa 2,3 % liegen. Der Handelsverband appelliert an die Bundesregierung, Maßnahmen zu ergreifen, die eine Entbürokratisierung, Innovationsoffensive und Unterstützung für handelnde Unternehmen vorsehen. Dies könnte vor allem für die 93.000 Handelsunternehmen und die über 700.000 Beschäftigten in der Branche von entscheidender Bedeutung sein.

Fazit – Verbesserung der Marktbedingungen unerlässlich

Zusammenfassend zeigt der „Konjunkturreport Einzelhandel“, dass der österreichische Einzelhandel trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein stabilisierendes Umsatzwachstum erzielt hat. Die schwache Konsumstimmung und eine hohe Sparquote stellen jedoch Herausforderungen für die Branche dar. In Anbetracht der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind, nach Auffassung des Handelsverbandes Österreich, Maßnahmen zur Verbesserung der Marktbedingungen unerlässlich, um zukünftiges Wachstum zu sichern.

Den vollständigen Konjunkturreport Einzelhandel finden Sie hier auf der Webseite des Handelsverband Österreich.

[Text/Bild: parfuemerienachrichten]


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