Weihnachtsgeschäft 2026 – Diese Einkaufstage sind für den deutschen Einzelhandel entscheidend. Der Samstag nach dem Black Friday am 28. November dürfte laut Sensormatic Solutions der besucherstärkste Einkaufstag der Weihnachtssaison 2026 werden. Zugleich planen Verbraucher preisbewusster, suchen länger nach Angeboten und beginnen häufig schon vor Dezember mit dem Geschenkekauf. Für Parfümerien, Kosmetikhersteller und andere Händler rücken damit frühzeitige Planung, Warenverfügbarkeit und ein reibungsloser Einkauf stärker in den Fokus.
Der Samstag nach dem Black Friday führt die Prognose an
Der 28. November 2026 könnte der besucherstärkste Tag der Weihnachtssaison im stationären deutschen Einzelhandel werden. Damit löst der Samstag nach dem Black Friday den sogenannten Super-Samstag als Spitzenreiter ab. Der Super-Samstag, der letzte Samstag vor Weihnachten, folgt in der Prognose am 19. Dezember auf Platz zwei.
Die Top 5 der erwarteten besucherstärksten Einkaufstage im deutschen Einzelhandel lautet:
- November 2026: Samstag nach Black Friday
- Dezember 2026: Super-Samstag, letzter Samstag vor Weihnachten
- Dezember 2026: zweiter Samstag im Dezember
- Dezember 2026: erster Samstag im Dezember
- Dezember 2026: Mittwoch vor Weihnachten
Die Prognose stammt von Sensormatic Solutions, dem Einzelhandelslösungsportfolio von Johnson Controls. Das Unternehmen stützt sie auf historische Kundenfrequenzdaten des Analysetools ShopperTrak Analytics und aktuelle Verbrauchertrends. Laut Sensormatic Solutions erfasst das System weltweit jährlich rund 40 Milliarden anonymisierte und aggregierte Ladenbesuche.
Verbraucher planen stärker nach Preis und Rabatt
Die Befragung zeigt, dass der Preis für viele Verbraucher bei den Weihnachtseinkäufen eine zentrale Rolle spielt. Rund 60 % der Befragten wollen während des Black-Friday-Zeitraums einkaufen. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Für 39 % ist geplant, die Ausgaben für Geschenke gezielt auf Aktionszeiträume wie den Black Friday zu konzentrieren. Bei den Millennials liegt dieser Anteil bei 50 %.
Auch das geplante Weihnachtsbudget fällt zurückhaltend aus: Deutsche Haushalte rechnen durchschnittlich mit 416,20 Euro für Weihnachtsgeschenke – rund 5 % weniger als im Vorjahr. 31 % möchten ihre Ausgaben reduzieren, während 14 % mehr Geld für die Festtage einplanen. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) will feste Ausgabenlimits für Weihnachtsgeschenke setzen. Für 60 % ist der Preis das wichtigste Kaufkriterium; 57 % wollen mehr Zeit in die Suche nach Rabatten und Sonderaktionen investieren.
Für Parfümerien und Kosmetikhersteller unterstreichen diese Werte die Bedeutung nachvollziehbarer Angebote und klarer Preisvorteile. Gleichzeitig bleibt entscheidend, dass Aktionspreise und Sortimentsangebote zur jeweiligen Positionierung passen. Die Befragung liefert Hinweise auf geplantes Verhalten, aber keine Garantie dafür, wie Verbraucher tatsächlich einkaufen werden.
Viele Geschenke werden schon vor Dezember gekauft – Kaufanreize früher setzen
Der Beginn des Weihnachtsgeschäfts verteilt sich zunehmend über mehrere Wochen. 70 % der Befragten planen, bis Anfang Dezember mit dem Geschenkekauf begonnen zu haben. Besonders ausgeprägt ist diese Absicht bei jüngeren Verbrauchergruppen: Bei den Millennials sind es 76 %, bei der Generation Z 77 %.
Neben dem Black Friday sind weitere Aktionstage für einen Teil der Verbraucher relevant. 38 % planen laut Studie, die Amazon Prime Big Deal Days im Oktober für Einkäufe zu nutzen. Für den Singles’ Day am 11. November liegt der Anteil bei 17 %. Obwohl dieser Aktionstag insgesamt eine kleinere Rolle spielt, gewinnt er insbesondere bei jüngeren Verbrauchern an Bedeutung.
Für den Handel bedeutet der frühere Einkaufsstart, dass Kaufanreize bereits vor der klassischen Hochphase des Weihnachtsgeschäfts gefragt sein können. Händler und Marken können ihre saisonale Kommunikation entsprechend über einen längeren Zeitraum planen. Im Kosmetikbereich bieten sich dabei etwa Geschenksets oder saisonale Sortimentsangebote an – sofern sie zum Sortiment und zur Preisstrategie des jeweiligen Anbieters passen.
Stationäre Geschäfte bleiben ein wichtiger Einkaufskanal – 69 % planen stationär zu kaufen
Trotz des wachsenden Online-Handels bleibt das Geschäft vor Ort für viele Verbraucher Teil des Weihnachtsgeschäfts. 69 % planen, zumindest einen Teil ihrer Geschenke stationär zu kaufen. Shoppingcenter zählen für 45 % zu den bevorzugten Einkaufsorten.
Gleichzeitig lagen die Besucherzahlen im deutschen Einzelhandel laut den von Sensormatic Solutions ausgewerteten Kundenfrequenzdaten 2026 über weite Strecken unter dem Vorjahresniveau. Für Händler kommt es deshalb nicht allein darauf an, möglichst viele Menschen ins Geschäft zu bringen. Ebenso wichtig ist, kaufbereite Kunden zu erreichen und ihnen das gewünschte Produkt verfügbar zu machen.
Sensormatic Solutions verweist zudem auf steigende Konversionsraten trotz rückläufiger Ladenbesuche. Andy Sumpter, Head of Consulting & Analytics bei Sensormatic Solutions, beschreibt, dass viele Kaufentscheidungen bereits online vorbereitet werden. Kunden wüssten beim Betreten des Geschäfts häufig schon, was sie suchen, und bevorzugten Händler, denen sie vertrauen und die einen reibungslosen Einkauf ermöglichen.
Warenverfügbarkeit, Einkaufserlebnis und Personal gezielt planen
Für den Einzelhandel leitet Sensormatic Solutions daraus mehrere praktische Anforderungen ab: Produkte sollten an den erwarteten Spitzentagen verfügbar sein, Angebote klar kommuniziert und Abläufe im Geschäft auf hohe Kundenfrequenz vorbereitet werden. Für Parfümerien können zudem eine gute Orientierung im Sortiment und eine verlässliche Beratung dazu beitragen, den Einkauf vor Ort zu erleichtern. Auch für Kosmetikhersteller ist die frühere Nachfrage relevant. Eine abgestimmte Planung mit Handelspartnern kann helfen, saisonale Produkte rechtzeitig bereitzustellen und Aktionszeiträume zu unterstützen. Die Prognose der besucherstärksten Tage liefert dafür eine zeitliche Orientierung. Sie ersetzt jedoch nicht die individuelle Planung auf Basis eigener Verkaufs- und Bestandsdaten.
Die Verbraucherbefragungen von Sensormatic Solutions fanden im September der Jahre 2020 bis 2024 und 2026 sowie im August 2025 statt. Befragt wurden jeweils mehr als 1.000 zufällig ausgewählte deutsche Konsumenten.
[Text: parfuemerienachrichten/Bild: Sensormatic]
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