Oktober 2026 – Schwache Verbraucherstimmung belastet die Aussichten für den Handel. Das Konsumbarometer des Handelsverband Deutschland zeigt im Oktober 2026 eine deutliche Verschlechterung der Verbraucherstimmung. Besonders die sinkende Anschaffungs- und Einkommenserwartung trübt die Aussichten für den privaten Konsum und das Weihnachtsgeschäft. Für Parfümerien und Kosmetikeinzelhändler rückt damit die Frage in den Fokus, wie sie ihre Angebote auf eine zurückhaltendere Kundschaft ausrichten.
Verbraucherstimmung verschlechtert sich im Oktober deutlich
Nach einem leichten positiven Trend in den Vormonaten fällt das HDE-Konsumbarometer im Oktober 2026 deutlich zurück. Die Stimmung bleibt damit schwach und liegt merklich unter dem Vorjahresniveau. Eine Belebung des privaten Konsums ist laut dem aktuellen Barometer derzeit nicht erkennbar – obwohl sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zuletzt etwas verbessert hat. [1]
Der Rückgang dämpft die Hoffnung, dass sich die Verbraucherstimmung im letzten Quartal des Jahres aufhellt. Auch die Erwartungen an das Weihnachtsgeschäft trüben sich dadurch ein. Für den Einzelhandel ist das ein wichtiges Signal, denn die Ergebnisse deuten auf eine weiterhin verhaltene Konsumneigung in den kommenden Monaten hin.
Anschaffungs- und Einkommenserwartungen geben nach
Besonders die Anschaffungsneigung belastet die Aussichten. Verbraucherinnen und Verbraucher planen demnach weniger, größere oder zusätzliche Anschaffungen zu tätigen. Der aktuelle Wert liegt deutlich unter dem des Vorjahres. Auch die Einkommenserwartungen haben sich spürbar verschlechtert. Die Befragten rechnen zudem mit einem Rückgang ihres verfügbaren Einkommens. Für den Einzelhandel ist diese Entwicklung besonders relevant, weil sie Hinweise auf die Erwartungen der Kundschaft gibt. Sie belegt jedoch nicht, wie sich Menschen tatsächlich im Geschäft verhalten oder welche Produktgruppen konkret betroffen sind. Betriebe sollten die Ergebnisse daher als Stimmungsindikator verstehen und mit eigenen Verkaufs- und Kundendaten abgleichen.
Energiepreise und Inflation prägen die Erwartungen
Als Belastungsfaktoren nennt das HDE-Konsumbarometer die zuletzt gestiegenen Energiepreise und die hohen Spritpreise. Sie belasten die Konsumentinnen und Konsumenten und hemmen die Konsumstimmung. Zugleich erwarten die Befragten weiterhin eine steigende Inflationsrate. Auch die Konjunkturerwartungen sinken im Vergleich zum Vormonat. Das steht im Gegensatz zu den etwas positiveren Einschätzungen, die Wirtschaftsforschungsinstitute und Unternehmen zuletzt zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung abgegeben haben. Die Umfrage macht damit eine unterschiedliche Wahrnehmung sichtbar: Eine verbesserte Konjunkturperspektive schlägt sich bislang nicht in einer besseren Verbraucherstimmung nieder.
Sparneigung steigt vorerst nicht weiter
Ein leicht positiver Aspekt betrifft die Sparneigung. Die Befragten planen, diese in den kommenden Wochen nicht weiter zu erhöhen. Das ist allerdings kein Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Erholung des Konsums. Die schwächeren Anschaffungs- und Einkommenserwartungen sowie die Sorge vor weiter steigender Inflation bleiben bestehen. Für Händler und Hersteller ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Einerseits zeigt die Umfrage keine zusätzliche Zunahme der Sparabsichten. Andererseits sprechen die übrigen Indikatoren weiterhin für eine vorsichtige Einschätzung der Nachfrage.
Für die Planung des Weihnachtsgeschäfts empfiehlt es sich daher, die tatsächliche Entwicklung aufmerksam zu beobachten und Annahmen regelmäßig anhand eigener Daten zu überprüfen.
Was das Konsumbarometer misst – und was nicht
Das HDE-Konsumbarometer erscheint jeweils am ersten Montag eines Monats. Grundlage ist eine monatliche Umfrage unter 1.600 Personen. Erfasst werden unter anderem Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanzielle Situation und weitere konsumrelevante Faktoren. Das Handelsblatt Research Institute erstellt das Barometer im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland. Der Indikator bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab. Er zeigt vielmehr, welche Stimmung und Erwartungen die Befragten für die kommenden drei Monate haben. Für Unternehmen ist er deshalb eine Orientierungshilfe, aber keine direkte Absatzprognose für einzelne Branchen oder Warengruppen.
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[Text/Bild: parfuemerienachrichten]

