Black Friday: Rabatt-Strategie notwendig

Black Friday: Rabatt-Strategie notwendig. „Die Kenntnis über den Bekanntheitsgrad solcher Shopping-Events ist für die Händler in den jeweiligen Ländern von elementarer Bedeutung und sollte unbedingt in der Planung der ganzjährigen Rabatt-Strategie beachtet werden“, so Nina Scharwenka, Partner im Bereich Consumer Goods & Retail bei Simon-Kucher.

Konsumenten planen gezielt, welche Produkte kaufen wollen

Die Studie zeigt: Insbesondere in Märkten wie Deutschland und den USA, in denen sich Black Friday und Cyber Monday als feste Größen etabliert haben, nimmt die Unentschlossenheit der Befragten vor Kaufentscheidungen ab. Vielmehr planen die Konsumenten gezielt, welche Produkte sie an diesen Tagen kaufen wollen. Ein Grund ist dabei auch das anlaufende Weihnachtsgeschäft. Die deutsche Konsumenten planen laut der Studie durchschnittlich 242 Euro am Black Friday und Cyber Monday auszugeben.

Keine Mehrumsätze, sondern vorgezogene Weihnachtskäufe

Händler sollten sich darüber im Klaren sein: „Ein wichtiger Teil der Umsätze an Black Friday und Cyber Monday sind nicht etwa Mehrumsätze, sondern gezielte und verschobene Käufe“, erklärt Scharwenka. Aber auch hier gibt es für Händler Stellschrauben: „Um die Profitabilität des gesamten Jahres nicht zu gefährden, ist ein differenzierter Blick auf die unterschiedlichen Kategorien zwingend notwendig“, so Scharwenka.

Black Friday: Rabatt-Strategie notwendig – Gezielte Aktionen statt pauschaler Rabatte

„Während zum Beispiel im Bereich Elektronik für knapp die Hälfte der deutschen Konsumenten häufig bereits das gewünschte Produkt feststeht, lassen sich Kunden im Bereich Mode vor Kaufentscheidungen gerne noch inspirieren. Zwar haben sie meist schon eine Produktkategorie, wie beispielsweise eine Winterjacke, im Kopf – sind aber im Hinblick auf Marke und Optik noch flexibel. Händler sollten sich also frühzeitig mit der Frage beschäftigen, wie sie gezielt die Rabatte über ihr gesamtes Sortiment hinweg setzen und welche Produkte hervorgehoben werden sollen“, erklärt Frederike von Wissel, Studienautorin und Director bei Simon-Kucher. „Pauschale Rabatte wie „30 Prozent auf alles“ gilt es zu vermeiden. Vielmehr können gezielte Aktionen für gewisse Produkte und verschiedene Shoppingevents über das Jahr hinweg zu einer verbesserten Profitabilität führen. Auch die richtige Preiskommunikation spielt hier eine wichtige Rolle“, so von Wissel.

Black Friday und Cyber Monday zeigen: Nachhaltigkeit ist im Mainstream angekommen

Die Studie zeigt auch: Am Black Friday und Cyber Monday machen die deutschen Konsumenten keinen Unterschied zwischen nachhaltigen und kommerziellen Produkten und Händlern. Dazu von Wissel: „Man könnte zunächst vermuten, dass Konsumenten hier weniger rabattgetrieben sind und eher aus Gründen der Nachhaltigkeit einkaufen. Doch das ist nicht der Fall. Kunden fordern zwar nachhaltige Produkte sowie nachhaltige Verpackungs- und Transportlösungen – aber eben verbunden mit einem Rabatt. Für Händler in diesem Segment gilt es besonders aufzupassen, da die generellen Kosten dort häufig höher sind.“

Handelsverbandes Deutschland rechnet mit Mehrumsätzen – Vorgezogenes Weihnachtsgeschäft

Der Einzelhandel in Deutschland rechnet an Black Friday und Cyber Monday mit zusätzlichen Umsätzen von rund 1,7 Milliarden Euro. Das zeigt eine aktuelle Verbraucherbefragung aus dem Online-Monitor des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Elmar Keldenich vom Bundesverband Parfümerien zeichnet ein differenzierteres Bild: “Nach unserer Erfahrung sind die Umätzen zum Black Friday und Cyber Monday nicht tatsächlich um zusätzliche Umsätze, sondern eher Vorzieheffekte auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft.”

[Text: parfuemerienachrichten/Bild: Simon-Kucher]