Kommentar: Nach der Schließung? – Keine Ware!

Kommentar: Nach der Schließung? – Keine Ware! Ein Kommentar von Verbandsgeschäftsführer Elmar Keldenich. Mit Mühe und Not haben sich viele Unternehmen der, zum Teil eher schlecht als recht, durch die Zeit der Schließung gerettet. Nach anfänglichem Zögern trauen sich die Kunden langsam aber sicher wieder aus dem Haus und in die Geschäfte. Was jetzt noch fehlt ist allerdings Ware!

Nach wochenlangen Schließungen sind in Deutschland inzwischen die meisten Geschäfte wieder geöffnet. Trotz letztlich doch noch erfolgreicher Bemühungen der Handelsverbände um Soforthilfen, Kurzarbeitergeld und KfW-Kredite ist die Situation nach wie vor ernst.

Umso unverständlicher ist es, dass manch wichtiger Lieferant gerade bei Standardprodukten nicht lieferfähig ist. Wenn diese Basics nicht vorhanden sind, nutzen die schönsten Neuheiten dem Handel herzlich wenig.

Auch die Kommunikationspolitik einiger Hersteller lässt zu wünschen übrig. Häufig erfahren die Händler erst auf Nachfrage von der fehlenden Lieferfähigkeit und, noch viel schlimmer, häufig ist völlig unklar, wann die Produkte wieder verfügbar sein werden.

Hier rächen sich Kosteneinsparungen, Zentralisierungstendenzen, fehlende Lagerkapazitäten und strategische Fehler im Supply Chain Management. Die Lernkurve scheint zum Teil begrenzt zu sein. Das es auch anders geht, zeigt das Beispiel LOreal. Im Weihnachtsgeschäft 2010 kämpfte die Branche mit Lieferproblemen: Kommentar vom 15. November 2010.

Zwei Monate später (02/2011) stürzte die Decke des LOreal-Zentrallagers in Frankreich, durch Schneelast, ein, was zu weiteren Lieferengpässen führte.

Anders in der aktuellen Situation. Das Lager in Mönchengladbach funktionierte, allen Herausforderungen zum Trotz, auch in den letzten Monaten störungsfrei, die Lieferfähigkeit lag, nach Angaben des Unternehmens, bei nahezu 100 Prozent. Bei anderen Lieferanten sah die Situation allerdings deutlich weniger rosig aus.

Doch nun vom Problem zur Lösung: Eine proaktive, offene und lösungsorientierte Kommunikationspolitik könnte beiden Seiten helfen, die Situation zu entschärfen. Auch zum Thema Mindestumsätze dürfte mancher Händler noch Gesprächsbedarf haben. Das Leben geht weiter. Packen wir`s an.

[Text/Bild: Bundesverband Parfümerien]


Hinweis: Der Kommentar wurde, um inhaltliche Missverständnisse zu beseitigen, überarbeitet.


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