Weihnachtsgeschäft 2026 – Umsatzplus im Einzelhandel? Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet für November und Dezember 2026 mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verbraucherinnen und Verbraucher planen im Durchschnitt stabile Ausgaben für Weihnachtsgeschenke. Gleichzeitig beurteilen viele Handelsunternehmen ihre Aussichten angesichts hoher Kosten und einer schwachen Konsumstimmung zurückhaltend. Das gilt auch für unsere aktuelle Branchenbefragung, die zur Zeit eine leichtere Tendenz signalisiert.
Geschenkausgaben bleiben im Durchschnitt auf Vorjahresniveau
Nach einer repräsentativen Umfrage des Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE wollen Verbraucherinnen und Verbraucher zu Weihnachten 2026 durchschnittlich 262 Euro für Geschenke ausgeben. Damit liegt der geplante Betrag nur knapp unter dem Vorjahreswert von 263 Euro. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet mit Ausgaben auf dem Niveau von 2025. Zehn Prozent planen, mehr auszugeben, während 24 Prozent ihre Geschenkausgaben reduzieren wollen.
Die Ergebnisse deuten auf eine insgesamt stabile Planung der privaten Weihnachtsausgaben hin. Sie bedeuten jedoch nicht, dass alle Handelsbranchen mit gleichbleibender Nachfrage rechnen können. Auch handelt es sich um Erwartungen aus einer Umfrage; das tatsächliche Kaufverhalten kann davon abweichen.
Händler bleiben trotz stabiler Kundenpläne vorsichtig
Eine weitere HDE-Umfrage unter 300 Handelsunternehmen zeigt ein gemischtes Bild. 29 Prozent der befragten Händler gehen davon aus, dass Kundinnen und Kunden auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Freude am Weihnachtseinkauf haben werden. Knapp ein Viertel ist überzeugt, dass die schwache Stimmung den Geschenkekauf nicht beeinträchtigen wird.
Insgesamt überwiegt bei vielen Unternehmen jedoch die Sorge vor einem schwächeren Weihnachtsgeschäft. Im Nicht-Lebensmittelhandel erwarten 56 Prozent ein schlechteres oder deutlich schlechteres Ergebnis als im Vorjahr. Als Belastungen nennt der HDE die schwierige Geschäftslage, steigende Energie- und Personalkosten sowie den zunehmenden bürokratischen Aufwand.
HDE-Präsident Alexander von Preen verweist auf den Gegensatz zwischen der angespannten Lage vieler Unternehmen und den geplanten Geschenkausgaben der Verbraucher. Nach seiner Einschätzung gibt es Anzeichen dafür, dass das Weihnachtsgeschäft trotz der Krise stabil bleiben kann.
HDE prognostiziert 129,2 Milliarden Euro Umsatz
Für November und Dezember 2026 erwartet der HDE im Einzelhandel einen nominalen Gesamtumsatz von 129,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Prognose beschreibt die Entwicklung der Umsätze in jeweiligen Preisen und ist daher nicht automatisch mit einem entsprechenden Zuwachs der verkauften Mengen gleichzusetzen.
Für Händler ist die Umsatzentwicklung deshalb im Zusammenhang mit Kosten und Preisentwicklung zu betrachten. Ein nominales Plus allein zeigt nicht, wie sich Absatzmengen, Erträge oder die Geschäftslage einzelner Unternehmen entwickeln. Die HDE-Prognose gibt eine Einschätzung für den Einzelhandel insgesamt ab und enthält keine gesonderten Umsatzwerte für einzelne Branchen wie Parfümerie oder Kosmetik.
Onlinehandel soll zum Jahresende stärker wachsen
Der Onlinehandel dürfte laut HDE-Prognose zum Jahresende ein wichtiger Wachstumstreiber sein. Für die Weihnachtsumsätze im Internet erwartet der Verband ein nominales Plus von 4,1 Prozent gegenüber 2025. Der Umsatz soll damit 23,1 Milliarden Euro erreichen.
Für den stationären Handel und den E-Commerce ergeben sich daraus unterschiedliche Ausgangslagen. Die Prognose weist auf ein stärkeres erwartetes Wachstum im Onlinegeschäft hin, sagt aber nicht aus, wie sich die Umsätze einzelner Händler oder Sortimente entwickeln. Unternehmen im Parfümerieeinzelhandel und in der Kosmetikbranche können die Gesamtdaten daher als Marktrahmen nutzen, sollten ihre eigene Planung aber auch auf interne Verkaufsdaten, Kundenverhalten und Sortimentsentwicklung stützen.
Stabile Erwartungen sind keine Entwarnung
Das HDE-Bild für das Weihnachtsgeschäft 2026 ist zweigeteilt: Verbraucher planen im Durchschnitt ähnliche Geschenkausgaben wie im Vorjahr, während viele Händler mit einem schwächeren Geschäft rechnen. Die Umsatzprognose von zwei Prozent Plus steht neben anhaltenden Belastungen durch Kosten und eine verhaltene Konsumstimmung. Für die Einordnung ist zudem wichtig zu beachten, dass Umfragewerte und Prognosen unterschiedliche Dinge abbilden: Die Verbraucherumfrage erfasst geplante Ausgaben, die Händlerbefragung die Einschätzung der Unternehmen und die Umsatzprognose die erwartete Entwicklung des Einzelhandels insgesamt. Erst die tatsächlichen Ergebnisse des Weihnachtsgeschäfts werden zeigen, inwieweit sich diese Erwartungen bestätigen.
[Text/Bild: parfuemerienachrichten/parfuemerienachrichten/KI]
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