Start ins neue Jahr: HDE-Präsident fordert Rückenwind von Politik

HDE Präsident Josef Stanktjohanser beim Handelskongress 2014 (Foto: perfuemerienachrichten)

Start ins neue Jahr: HDE-Präsident fordert Rückenwind von Politik. Der Beginn des Jahres 2019 bringt zahlreiche arbeits- und sozialrechtliche Neuregelungen, die für die Handelsunternehmen zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastungen bedeuten.

Brückenteilzeit, Flexibilität und Krankenkassen

So gilt seit dem 1. Januar 2019 die neue Regelung zur Brückenteilzeit, nach der Arbeitnehmer verlangen können, dass ihre Arbeitszeit für einen Zeitraum zwischen einem Jahr und fünf Jahren befristet verringert wird. Der Teilzeitanspruch gilt bei Arbeitgebern mit mehr als 45 Arbeitnehmern.

Mehr Regulierung – weniger Flexibilität

Auch Arbeit auf Abruf wird stärker reguliert. Ist beispielsweise die wöchentliche Arbeitszeit nicht festgelegt, gilt bei Arbeit auf Abruf seit dem Jahreswechsel eine zu vergütende Arbeitszeit von 20 Stunden (bisher 10 Stunden) in der Woche als vereinbart.

Höhere Kosten für Arbeitgeber

Darüber hinaus ist auch der von den Krankenkassen festzusetzende Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu tragen. Das bedeutet ebenfalls eine Mehrbelastung für die Unternehmen.

Einseitiger Ausbau von Arbeitnehmeransprüchen belastet Unternehmen

Mit Blick auf diese neuen Regelungen macht HDE Präsident Josef Sanktjohanser deutlich: „Für 2019 brauchen wir dringend eine Politik, die wieder mehr Raum für Innovationen und Investitionen lässt und weniger auf Regulierung setzt. Der einseitige Ausbau von Arbeitnehmeransprüchen zulasten der Arbeitgeber führt zu unkalkulierbaren Personalrisiken für die Unternehmen.“

Mehr Handlungsspielraum schaffen

Mehr Freiraum für Investitionen fordert der HDE auch von den Steuerpolitikern. „Der Handel steckt nach wie vor im größten Strukturwandel seit Einführung der Selbstbedienung. Viele Unternehmen stehen unter großem Veränderungsdruck. Gerade den kleinen und mittelständischen Händlern fehlt es oft an den finanziellen Ressourcen, um sich erfolgreich zu digitalisieren“, so Sanktjohanser. Deshalb sei es beispielsweise wichtig, bei den Hinzurechnungsvorschriften in der Gewerbesteuer sicherzustellen, dass nicht auch noch Kosten besteuert werden. Das führt nämlich am Ende in schlechteren Jahren ansonsten zu einer Substanzbesteuerung der Händler.

HDE-Präsident fordert Rückenwind von Politik

„Der Handel braucht jetzt Rückenwind von der Politik. Ansonsten gerät der zuverlässige und wichtige Beitrag der Branche zur Binnenkonjunktur in Gefahr. Wir brauchen krisensichere Rahmenbedingungen“, so Sanktjohanser weiter.

[Text/Bild: HDE]


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