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IKW: Solides Wachstum durch Kosmetika und Haushaltspflegemittel in 2016

Frankfurt am Main. IKW Ein gepflegtes Äußeres und ein sauberes Zuhause stehen bei deutschen Verbrauchern hoch im Kurs. Wie der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) auf seiner Jahrespressekonferenz mitteilte, wuchsen die Konsumausgaben für Produkte der Schönheitspflege und der Haushaltspflege im Jahr 2016 insgesamt um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Damit sind die beiden Produktsparten erneut Eckpfeiler des Konjunkturwachstums in Deutschland“, freute sich Dr. Rüdiger Mittendorff, Vorsitzender des IKW, bei seiner Begrüßung.

IKW: Schönheit und Haushaltpflege sind den Deutschen 2016 18,2 Milliarden Euro wert

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Weitere Fakten lieferte IKW-Geschäftsführer Thomas Keiser nach: „Europa bleibt mit über 100 Milliarden Euro der größte Markt für Schönheits- und Haushaltspflegeprodukte der Welt mit stabiler Entwicklung.“ Deutschland behalte zudem die Spitzenposition. Keiser: „Nach der Gesamtjahreshochrechnung unseres Verbandes geben die Verbraucher in Deutschland dieses Jahr über 300 Millionen Euro mehr für Kosmetika und Waschmittel aus als in 2015.“ Insgesamt seien es damit rund 18,2 Milliarden Euro.

Der Betrag, den die Menschen in Deutschland durchschnittlich pro Kopf in Schönheits- und Haushaltspflegeprodukte an der Ladenkasse investieren, stieg entsprechend. „Er liegt nun bei 215 Euro und somit um 1,7 Prozent über dem Wert des Jahres 2015“, so Keiser.

Haushalts- und Schönheitspflegemittel stärken Selbstbewusstsein und Lebensqualität

Kosmetika und Waschmittel können damit ihre herausragend starke Stellung im Handel nahezu unverändert halten. „Die Warengruppen Haushalts- und Schönheitspflege sind 2016 weiter gewachsen. Sie sind damit erneut eine Stütze der Konsumgütermärkte“, betont Christoph Knoke, der neue Managing Director von IRI Information Resources.

Knoke brachte das bildhaft auf den Punkt mit: „Haushalts- und Schönheitspflegemittel sind Selbstbewusstsein und Lebensqualität direkt aus der (Ver-)Packung. Sie befriedigen damit in unserer schnelllebigen Zeit den Wunsch des Verbrauchers nach Cocooning, Selfness und Well-Being.“

„Im Bereich Beauty liegen die Wachstumspotenziale in der Kombination von Qualität, Inszenierung und sozialer Verantwortlichkeit“, ergänzte Dr. Robert Kecskes von der GFK SE. Er beschäftigte sich dabei mit den Erfolgsfaktoren für die positive Entwicklung bei der Kosmetik, Körperpflege sowie den Wasch-, Putz-, Reinigungsmittel. Im Bereich Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel seien die Wachstumspotenziale hingegen in der Kombination von Qualität, Nachhaltigkeit und Convenience zu sehen.

IKW: Ausgaben in Deutschland für Körperpflege wachsen auf 13,6 Milliarden Euro

Für die Körperpflege geben die Verbraucher dieses Jahr somit über 200 Millionen Euro mehr an der Ladenkasse aus als in 2015. Insgesamt sind es rund 13,6 Milliarden anstatt 13, 4 Milliarden Euro.

Jeweils rund drei Milliarden Euro tragen erneut Shampoos, Colorationen & Co sowie Haut- und Gesichtspflegemittel zum Gesamtumsatz bei. Mut zu Farbe und Styling zeigen Frauen darüber hinaus in Deutschland. Ihr starkes Interesse an Mascara, Lippenstift und Nagellack der Kategorie Dekorative Kosmetik bescheren deshalb mit plus 6,5 Prozent den höchsten Wachstumssprung aller Produktgruppen. Ebenfalls überproportional steigt die Nachfrage nach Deos (plus 4,6 Prozent), Düfte für den Mann (plus 4,3 Prozent) sowie Bade- und Duschzusätzen (plus 4,2). Höhere Gesamtwerte erzielen auch Mund- und Zahnpflege (plus 2,7 Prozent), Seifen und Syndets (plus 2,4 Prozent) und Babypflegemittel. Damendüfte und Enthaarungsmittel bleiben zudem auf Vorjahresniveau, während Rasierpflege sowie Aftershave um 2,6 Prozent und 2,5 Prozent an Wert einbüßen.

Wachstumstreiber Naturkosmetik

Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt die Naturkosmetik auf dem Markt der Schönheitspflege, so der IKW bei der Bilanzpressekonferenz. „Bereits über mehrere Jahre wächst die Naturkosmetik schneller als die herkömmliche Kosmetik und naturnahe Kosmetik“, so Christoph Knoke. Neben der verstärkten Nachfrage sei das dynamische Wachstum der zertifizierten Produkte auch auf die umfangreichen Aktivitäten der Hersteller zurückzuführen, so die Erkenntnisse von IRI Information Resources weiter. Sowohl eine steigende Zahl von Neuprodukten als auch gesteigerte Marketing-Maßnahmen sowie eine verbesserte Verfügbarkeit im Einzelhandel setzten hier positive Impulse.

IKW: Ausgaben für Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel steigen um zwei Prozent

Ein gepflegtes Zuhause ist den Verbrauchern in Deutschland zudem viel wert. Die Ausgaben für Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel an der Kasse stiegen deshalb um zwei Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Mit Abstand stärkste Produktgruppe dieser Sparte sind Universal-, Voll- und Colorwaschmittel, die dem Handel 1,2 Milliarden Euro Umsatzbeitrag bescheren. Dieser Wert liegt mit 0,7 Prozent leicht über Vorjahr. Reinigungsmittel und Geschirrspüler, die mit 981 und 735 Millionen Euro zweit- und drittwichtigste Umsatzbringer sind, können sich hingegen um 3,8 und 2,8 Prozent verbessern.

Das größte Wachstum weist die IKW-Hochrechnung für Weichspüler aus (plus 6,3 Prozent). Raumdüfte setzen mit 1,5 Prozent mehr Umsatz den Aufwärtstrend der letzten zwei Jahre fort. Dagegen sind die Zahlen für Fein- und Spezialwaschmittel, Waschhilfsmittel und Autopflegemittel im Jahresvergleich nicht oder kaum verändert. Lederpflege (minus 0,2 Prozent) und Wohnraumpflege (minus 2,8 Prozent) notieren mit niedrigeren Werten als 2015.

IRI: Jeder 8. Euro geht in die Schönheits- und Haushaltspflege

Der Umsatz mit diesen Konsumgütern im deutschen Lebensmitteleinzelhandel stieg entsprechend. Derzeit sind es rund 13% Prozent des Umsatzes, die der Einzelhandel mit Schönheits- und Haushaltspflege erzielt. Die Haushaltspflege wuchs dabei 2,2 Prozent. Der Umsatz der Schönheitspflege stieg ebenfalls, allerdings „nur“ um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Preisniveau stagniert eher zudem, hieß es beim Vorstellen der Zahlen.

„Die Verbraucher geben damit mehr als jeden 8. Euro für Schönheits- und Haushaltspflege aus“, kommentierte das Christoph Knoke von IRI Information Resources.

Handel: Gewinner sind die Drogeriemärkte. Der klassische LEH stagniert

Der Lebensmitteleinzelhandel, angefangen bei den Drogeriemärkten über Parfümerien, Kauf- und Warenhäuser, Getränkeabholmärkte bis hin zu Cash & Carry Märkten, profitiert nicht gleichermaßen von der Entwicklung. „Die Drogeriemärkte sind hier die Gewinner, während der klassische Lebensmitteleinzelhandel eher stagniert“, so Knoke.

Bei den beiden großen Drogeriemärkten dm und Rossmann führt der Managing Director das zu einem guten Teil auf deren weitere Flächenexpansion zurück. dm habe in diesem Geschäftsjahr zum Beispiel erneut rund 90 neue Filialen eröffnet. Darüber hinaus würden Millionenbeträge in die Modernisierung bestehender Flächen investiert. Den Wachstum befeuern würden zudem die Aufschaltung neuer Marken sowie deren Preis-Offensiven.

Von der Entwicklung profitieren darüber hinaus einzelne Discounter wie Penny und Netto. Hier zahlt sich der weitere Ausbau der Markenartikel Sortimente aus und führt zu deutlichem Umsatzwachstum. Bei Aldi und Lidl hingegen entwickeln sich die Verkäufe mit Schönheitspflege-Artikeln trotz weiterer Markenlistungen (z.B. Head & Shoulders und Duschdas bei Aldi) in der Summe negativ. Alle weiteren Handelsunternehmen treten hingegen eher auf der Stelle.

Industrie: 18 Prozent Wachstum in den vergangenen zehn Jahren

„Die aktuellen Zahlen bestätigen damit den nachhaltigen Aufwärtstrend der Branche und die damit verbundene, kontinuierliche Wertsteigerung“, zog Dr. Rüdiger Mittendorff Bilanz. „Die wirtschaftliche Substanz der Branche zeigt sich aber vor allem in einer längerfristigen Perspektive“, erklärte er: „Allein während der vergangenen zehn Jahre konnten die IKW-Mitglieder rund 18 Prozent Wachstum erzielen. Hinter dieser nüchternen Zahl steht die erfolgreiche Arbeit von etwa 50.000 Mitarbeitern. Deren wirtschaftliche Leistung bestätigen die Verbraucher täglich mit ihren Kaufentscheidungen.“

2017: Mitgliedsunternehmen des IKW sehen positive Entwicklung

Mit Blick auf das Jahr 2017 sind die Mitgliedsunternehmen des IKW optimistisch, die positive Entwicklung fortschreiben zu können. Ein von der IKW erhobenes Branchen-Barometer zeigt: 65 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen beurteilen die zukünftige Marktentwicklung als gut oder sehr gut. 63 Prozent planen Einstellungen oder haben sie bereits getätigt. Über 70 Prozent planen Investitionen oder haben diese bereits durchgeführt.

Insgesamt erwartet der IKW für 2017 in den Bereichen Schönheitspflegemittel und Haushaltspflegemittel eine weitere positive Entwicklung um zwei Prozent.

Über den IKW

Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. mit Sitz in Frankfurt am Main wurde 1968 gegründet. Er vertritt auf nationaler und europäischer Ebene die Interessen von mehr als 400 Unternehmen aus den Bereichen Schönheits- und Haushaltspflege. Mit einem Umsatz von fast 18 Milliarden Euro decken die Mitgliedsunternehmen ca. 95 Prozent des Marktes ab und beschäftigen ca. 50.000 Arbeitnehmer.

Der IKW ist bei wissenschaftlichen, regulatorischen oder wirtschaftlichen Themen Ansprechpartner für seine Mitgliedsfirmen, Ministerien, Behörden, Verbraucher, Institutionen und Verbände sowie für die Medien. Fachkundig beantworten die Kompetenzpartner Schönheitspflege und Haushaltspflege im IKW Fragen zu Haut- und Haarpflege, Schönheit und Selbstwert sowie Hygiene und Reinigung. Mehr Informationen unter www.ikw.org

[Text/Bild: IKW; Kosmetiknachrichten.de/ Kosmetiknachrichten.de]

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